Das Deutsche Museum in München, Oskar von Miller und Südtirol
Das Deutsche Museum in München feiert 2025 sein 100jähriges Jubiläum, bezogen auf die Eröffnung seiner Ausstellungen auf der Museumsinsel am 7. Mai 1925.
Die Gründung des "Deutschen Museums von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik", mit 1,5 Millionen Besuchern im Jahr und knapp 70.000 Quadratkilometern Ausstellungsfläche eines der größten Technik- und Wissenschaftsmuseums der Welt, ist untrennbar verbunden mit der Person des Münchner Bauingenieurs Oskar von Miller (1855-1934). Auf seine Initiative erfolgte bereits 1903 die Gründung eines Museumsvereins, er erarbeitete maßgebend die Konzeption der wissenschaftlich geprägten Sammlung.
Oskar von Miller hat auch in Südtirol nachhaltige Spuren hinterlassen. Im Jahre 1891 hatten sich die Städte Bozen und Meran geeinigt, gemeinsam ein Unternehmen für die Erzeugung und die Verteilung von elektrischer Energie zu gründen, 1897 unterzeichneten die Bürgermeister der beiden Städte den Gesellschaftsvertrag der "Etschwerke". Mit der Projektierung des "Töllwerkes" und der Leitung der Bauarbeiten 1896-1898 wurde Oskar von Miller beauftragt. Seit 1898 konnten Bozen und Meran mit Wasserkraft erzeugter elektrischer Energie versorgt werden.
Im Archiv der Etschwerke, das seit 1995 als Depot im Südtiroler Landesarchiv verwahrt wird, liegen an verschiedenen Stellen Unterlagen zu Oskar von Miller. So äußert er sich 1900 in einem Brief an den Meraner Bürgermeister Roman Weinberger zum Vorschlag der Städte Bozen und Meran, ihm eine besondere Anerkennung für seine Tätigkeit zukommen zu lassen.
Im Jahre 1906 übergaben die Etschwerke übrigens dem Deutschen Museum ein Modell des Töllwerkes zur Ergänzung der dortigen Sammlung.
Harald Toniatti