Unterschutzstellungen 2024
Zum Inhalt dieser Seite
- Pfarrkirche zum Hl.Josef in Algund
- Zollstation am Etschhafen
- Ummauerter Garten des Kapuzinerklosters mit barockem Gartenhaus
- INPS-Gebäude in Horazstr. Nr. 1 und 2
- Stadel des Hofes Col dala Pelda
- Umspannstation St.Michael
- Widum St. Peter
- Ehemaliges INA-Gebäude
- Trambahnremise
- Widum in Gfrill
- Kapuzinergarten in Neumarkt
Pfarrkirche zum Hl.Josef in Algund
Dieses Gebäude, ein Beispiel für zeitgenössische religiöse Architektur im Alpenraum, in dem eine reiche Symbolsprache verwendet wird, stellt einen gelungenen Versuch dar, Altes und Modernes zu verbinden. Die Kirche ist nach den Plänen der Architektenehepaar Willy und Lilly Gutweniger (Meran/Algund) in Zusammenarbeit mit Pfarrer Josef Chronst und der Kirchenbaukommission Algund zwischen 1966 und 1971 erbaut, und dann eingeweiht 1977. Der Gebäudekomplex erinnert an ein großes Bauernhaus mit verschiedenen Nebengebäuden: Hauptraum ist der Eucharistiesaal mit Glockenturm; davor: Taufkapelle, Eingangsturm, Bußraum. Als architektonische Grundform wurde das Sechseck gewählt, die Bienenwabe als Symbol für Fleiß, Zusammenhalt und Zusammenarbeit. Die drei großen Fensterwände repräsentieren jeweils durch Formen und Farben: im Osten Lebensfreude durch helle Töne, im Westen Trauer und Not durch dunkle Farben, im Norden Hoffnung durch alle Grünfarbtöne. Der massive Altar aus hellem Stein ist auf der Vorderseite mit zwei Pfauen, vier Broten und dem siegreichen Kreuz verziert und von Motiven aus Trauben und Weinreben eingerahmt. Der Tabernakel mit einem durchsichtigen Gitter erinnert an gotische Tabernakel und zeigt Motive von Weintrauben, Weinreben und den vier Evangelisten. Die Kirche beherbergt eine "Maria mit Kind" von Friedrich Pacher aus der Zeit um 1500. Der Glockenturm emporragt mit seinen 70 Meter hoch und ist mit Stein und Holzschindeln verkleidet.
Zollstation am Etschhafen
Langgestreckter, dreigeschossiger Baukörper mit regelmäßigen Fensterachsen und Walmdach aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert, beim alten Etschhafen in Branzoll gelegen. Älterer nordseitiger Baukörper mit zentraler Erschließungsachse, an den ein jüngerer, südseitiger Zubau anschließt. Im Erdgeschoss diente der Mittelgang mit Kopfsteinplasterung zum Be- und Entladen der Waren. Diese wurden über eine später teils zugemauerte Öffnung unter dem heutigen Niveau der Wassermauer auf die Flöße verladen. Das weitgehend ursprünglich erhaltene Gebäude wurde in den Jahren 1790-95 nach Plänen von Francesco Maria Baroni Cavalcabò als neue Zollstation anstelle des älteren Zollhauses auf dem St.-Leonhards-Platz errichtet, und diente der Transportgesellschaft "Fedrigotti, Baroni e Compagni Infeudati Speditori di Sacco" als Warenlager und Verwaltungssitz.
Ummauerter Garten des Kapuzinerklosters mit barockem Gartenhaus
Der im Frühbarock nach der Grundsteinlegung 1644 zeitgleich mit Kirche und Kloster als Nutz- und Lustgarten angelegte Kapuzinergarten. Mit Umfriedungsmauer, Friedhof, barockem Gartenhaus und Dienstbauten, samt Kirche und Klostergebäude, bildet ein Ensemble kirchlicher Architektur, dass sich bis zum heutigen Tag nahezu intakt erhalten hat. Das barocke Gartenhaus innerhalb der Umfassungsmauer, das lange als Geräteschuppen genutzt wurde, weist über dem Eingang den typischen Fassadenschmuck mit Tuffsteinen, Muscheln und Schnecken auf, im Inneren mit geflügelten Engelsköpfchen bemalte und mit Steinmosaikrahmungen geschmückte Decke, sowie barocke Vedutenmalereien und Steinmosaikdekor an den erhaltenen Wänden.
INPS-Gebäude in Horazstr. Nr. 1 und 2
Wohn- und Geschäftshaus des Architekten und Ingenieurs Paolo Rossi dè Paoli aus dem Jahr 1937. Es hat auch städtebauliche Bedeutung, da es die Kulisse eines großen Stadtplatzes auf der Südseite vervollständigt. Dieses Gebäude ist Teil eines einheitlichen Architekturkomplexes mit dem angrenzenden Gebäude, mit dem es durch die freistehende Fassade oberhalb des Straßenportikus verbunden ist. Seine Architektur zeichnet sich durch eine rationale Geometrie aus, die Elemente des klassischen monumentalen typologischen Repertoire des 20. Jahrhunderts enthält. Stein- und Putzfassaden, teilweise Quaderstein in mehreren Ordnungen mit Säulengang. Eingangshalle mit zentralem Treppenaufgang, Wandverkleidung aus Marmorplatten, monumentalem Tor aus Holz und Glas. Treppenhaus mit sichtbarer Aufzugstruktur, maßgefertigte Holzbrüstung, und zweiflügelige Eingangsglastüren mit Holzrahmen und Messinggriffen. Zwei Wohnungen pro Etage, Grundrisstypologie mit zentralem Gang. Abteilung für Personal. Gänge mit Boden in Terrazzoboden, schwarze und weiße Marmorplatten in den Bädern, Parkett in den Zimmern, Räume für Dienstpersonal mit Klinkerböden. Neben den überwiegend erhaltenen historischen Materialien, Türen mit Holzfeldern und Riffelglas, finden sich technische und sanitäre Anlagen und Ausstattungen aus der Bauzeit.
Stadel des Hofes Col dala Pelda
Der ehemalige Hof Col dala Pelda ist als Paarhof mit Wohngebäude im Südosten und zugehörigem Wirtschaftsgebäude im Nordwesten angelegt. Beide Gebäude wurden im Barock gegen Ende des 17. Jahrhunderts erbaut: das Wohnhaus zwischen 1683 und 1688 und kurz danach, zwischen 1689 und 1693, der Stadel, wie die dendrochronologischen Messungen an den Holzstrukturen der beiden Gebäude bestätigt haben. Das Wohnhaus wurde mit Beschluss der Landesregierung Nr. 967 vom 19. Februar 1982 unter Schutz gestellt. Das Wirtschaftsgebäude hat einen großen rechteckigen Grundriss mit Steinsockel und einen Holzaufbau. Der Stall befindet sich im Untergeschoss, der zweistöckige Stadel wurde in Rundblockbau aufgeführt, d.h. mit überlappenden Rundstämmen, und weist einen auf vier Seiten umlaufenden Söller ("Palancin") auf. Die Inschrift "BM BLM 1693 IHS-Maria" auf dem Firstbalken entspricht den Ergebnissen Dendrodatierung.
Umspannstation St.Michael
Technischer Zweckbau aus dem Jahre 1903 in den Formen des Späthistorismus. Dem Objekt kommt als Beispiel des Eklektizismus in der Architektur der Jahrhundertwende und als Zeitzeuge der frühesten Stromversorgung des Eppaner Gebietes künstlerische und geschichtliche Bedeutung zu. Im Norden Viereckturm mit Rundbogentür, neuromanischem Doppelbogenfenster und Schlüsselscharten. Haupttrakt mit Freitreppe, steingerahmten Rechteckfenstern, Rundfenster im Dachgeschoss und Zinnengiebel. In rot gemalten Eckquadern.
Widum St. Peter
Das ehemalige Widum besteht aus drei Baukörpern (Hauptgebäude, westseitiger Anbau und Wirtschaftsgebäude) und bildet mit der Pfarrkirche St. Peter mit Friedhofskapelle, die bis auf das Ende des 8. Jahrhunderts zurückgeht und eine der ältesten Kirchen Tirols ist, ein ortsprägendes und historisch bedeutendes Ensemble. Das Hauptgebäude wurde Mitte des 17. Jh. errichtet und Anfang des 19. Jh. erweitert. Der letzte umfangreiche Umbau erfolgte in den 1970er-Jahren. Alle Baukörper in Steinmauerwerk tragen ein Satteldach mit Holzgiebel und sind mit Tonziegeln eingedeckt, historische Fußböden und Türen sind erhalten.
Ehemaliges INA-Gebäude
Das ehemalige INA-Gebäude, Anfang der 1930er-Jahre vom Architekten Paolo Rossi de Paoli geplant und 1937 erbaut, ist eine einzigartige historische Anlage in Bezug auf seine urbanistische Relevanz als stadtbildprägender Komplex für die Stadt Bozen. Es bildet eine Einheit mit den umgebenden Gebäuden derselben Bauzeit und wurde als Übergang zwischen der historischen Altstadt und der Stadterweiterung konzipiert. Die Architektur der verschiedenen Baukörper ist ausdrucksstark und differenziert. Die rationalistischen Fassaden aus Backstein und Travertin, die in kühnem Schwung dem Straßenverlauf folgen, sind prägnant und kontrastreich. Die Grundrisse der Innenräume sowie deren hochwertige Materialität und Ausstattung sind eine kulturhistorisch relevante Dokumentation des Zeitgeschmacks und der gesellschaftlichen Gepflogenheiten der damaligen Zeit.
Das Gebäude ist nicht nur ein architektonisch und städtebaulich bedeutendes Bauwerk, sondern auch ein historisches Zeugnis der Bautätigkeit der öffentlichen Institutionen seiner Zeit.
Trambahnremise
Hallenbau mit ostseitig angebautem Verwaltungsgebäude. Klassisch gegliederte Jahrhundertwendestilfassaden mit charakteristischem Wechsel von Glatt und Rauputz. Remise: Stahlfachwerk auf gusseisernen Säulen. An der Südfassade noch vier originale Segmentbogenfenster erhalten. Die Trambahn Oberlana - Meran, die später bis Forst verlängert wurde, war von 1908 bis 1956 in Betrieb, als sie durch Autobuslinien ersetzt wurde. Es war eine bahnbrechende und erfolgreiche Umsetzung, so sehr, dass sie als die erste elektrische Straßenbahn im Habsburgerreich vorgestellt wurde.
Widum in Gfrill
Das Widum in Gfrill bei Tisens liegt nahe der Gampenpassstraße und des ebenfalls hier vorbeiführenden, historischen Verkehrsweges auf den Gampenpass. Südlich befindet sich ein Garten, der heute von Kreuzwegstationen umgeben ist, die erstmals 1759 erwähnt wurden.
Direkt an die Westfassade der Filialkirche St. Nikolaus angebaut, ist seit Jahren leer und befindet sich in schlechtem Erhaltungszustand.
Das Widum teilt mit der bereits denkmalgeschützten St. Nikolauskirche einen gemeinsamen Eingang, ist und ist daher Teil der Entwicklungsgeschichte der Kirche mit romanischem Ursprung. Die bauhistorische Untersuchung von 2021 datiert das Haus im Kern auf 1808. Durch die unmittelbare Anbindung an die Kirche ist das bestehende Widum Teil dieses Denkmals.
Kapuzinergarten in Neumarkt
Zur gleichen Zeit wie das Kloster und die Kirche zwischen 1617 und 1620 erbaut, ist der Garten als Gemüsegarten angelegt. Von einer Einfriedungsmauer umgeben, beherbergt eine Einsiedelei. In der historischen Kartographie ist er bereits in seiner heutigen Gestaltung abgebildet. Er wurde in den 1990er Jahren umgebaut.