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Unterschutzstellungen 2025

Armenhaus in Jenesien

Dekorative Grafik

Das Armenhaus befindet sich im Zentrum von Jenesien, in unmittelbarer Nähe zum historischen Rathaus, zum Seniorenwohnheim und zur Kirche, mit zwei ebenerdigen Zugängen, einerseits über den Friedhof, andererseits über den talseitigen Vorplatz.

Den Kernbau des Gebäudes stellt der größere, südliche Teil des Gebäudes mit sechs regelmäßig angeordneten Fensterachsen dar, während sich die nördliche Erweiterung über zwei zusätzliche Fensterachsen erstreckt. Der südliche Kernbau entsteht im ausgehenden Barock zwischen 1790 und 1810, der nördliche Erweiterungsbau im späten Klassizismus, gegen Ende des 19. Jh. Die Fenster der Osterweiterung sind etwas größer als am Altbau und besitzen fassadenbündig sitzende Fensterrahmen.

Der längliche kompakte Baukörper ist gemauert und besteht aus Erdgeschoss, 2 Obergeschossen und einem Kniestock im Dachboden; den Abschluss bildet ein flaches Krüppelwalmdach mit Blecheindeckung. Die Fassaden mit regelmäßigen Fensterachsen sind mit einfachen historischen Fenstern ausgestattet. Der hölzerne Balkon im Süden sowie die hölzerne Trennwand im Erdgeschoss, die Holztramdecken und einige Türen sind noch ursprünglich erhalten und Teil der baufesten Ausstattung, die nur mehr teilweise erhalten ist, wie z.B. einige Holzböden.

Das Gebäude prägt den Ortskern von Jenesien: mit der bauzeitlichen Gliederung ist nahezu vollständig erhalten und verfügt damit über bedeutende architektonische Merkmale.

Wasserturm in Klausen

Dekorative Grafik

Der Wasserturm ist Teil des Gebäudekomplexes, der aus dem Bahnhof Klausen und der Grödner Bahnlinie besteht; er befindet sich neben dem Bahnhof der Brennerlinie, die auf einer niedrigeren Höhe als diese lag.

Die Schmalspur-Dampfeisenbahn wurde 1915-1916 von den österreichischen Pionierkorps für den Kriegsbedarf gebaut und dann auf Gütern- und Personenverkehr umgestellt, bis sie 1951 außer Betrieb genommen und abgebaut wurde.

Die schwierige Orographie des Grödner Tals und der große Höhenunterschied, den es zwischen den beiden Endstationen zu überwinden galt (von 520 m ü.d.M. bis 1592 m ü.d.M.), machten den Bau kompliziert: Es mussten mehrere Tunnel, Viadukte und ungewöhnlich geformte Streckenabschnitte gebaut werden, wie das 102,85 m lange Helixviadukt mit 36% Steigung, das vom Bahnhof Klausen aus allmählich an Höhe gewann und bis nach Novale anstieg.

Das Viadukt und der Bahnhof Klausen wurden bereits 2017 und 2004 unter Denkmalschutz gestellt. Zusammen mit dem Wasserturm zeugen sie von einem Teil des Gebäudekomplexes, in dem die Depots und Heizungsanlagen des Bahnhofs untergebracht waren und vervollständigen gemeinsam die Geschichte dieser Seite der Südtiroler Eisenbahngeschichte.

Außerdem dient der Wasserturm heute als Gedenkstätte, für die bei dem Bau der Grödner Bahn verunglückten, russischen Kriegsgefangenen. Auch dieser Aspekt trägt zur Denkmalwürdigkeit des Objektes bei.