Neues zur Besitzergeschichte von Schloss Planta oder Wie der Ansitz zum Greifen zu Schloss Planta wurde
Die Ursprünge des im heutigen Meraner Stadtteil Obermais gelegenen malerischen Schlosses Planta liegen wohl im späten 13. Jahrhundert, als die Edlen Greif einen Turm errichteten, der zusammen mit den später dazu gekommenen Wohntrakten über mehrere Jahrhunderte und verschiedene Eigentümerwechsel hinweg den Namen Ansitz zum Greifen trug. Erst durch den Erwerb durch ein Mitglied der aus dem Freistaat der Drei Bünde stammenden Familie von Planta bürgerte sich der bis heute gültige Name Schloss Planta ein.
Bisher ging die landeskundliche Forschung davon aus, dass der vor den sogenannten Bündner Wirren nach Meran geflüchtete Rudolf von Planta-Wildenberg († 1638), ein Bruder des 1621 in ebenjenem Konflikt ermordeten Pompejus Planta, 1618 oder jedenfalls in den 1620er Jahren den Obermaiser Ansitz von Maximilian Mohr erworben habe – einzige Quelle dafür war die 1892 verfasste Familienchronik der Planta.
Einige Erbschaftsunterlagen in dem vom Landesarchiv verwahrten Aktenbestand des Bozner Adelsgerichts werfen nunmehr ein anderes Licht auf den Namenswechsel des Ansitzes.
Als der auch aus Graubünden stammende Hans Jakob Mohr zu Lichtenegg 1659 in Obermais kinderlos verstarb, war er nicht nur Eigentümer des Ansitzes Rundegg, sondern auch des Ansitzes zum Greifen, den er – laut Vermögensbeschreibung – einige Jahre zuvor von seinem Bruder Maximilian, dem ersten Grafen von Mohr, übernommen hatte.
In einem Erbvergleich vom November 1659 erhielt Hans Jakobs zweite Ehefrau und nunmehrige Witwe, Susanna von Khüepach, als Witwengut nicht nur ein gutes Pferd mit Sattel und Decke, alles Silbergeschmeide und weitere Kleinode, Jahresspeise und Holz sowie diverse Mobilien, sondern auch den Ansitz zum Greifen in Obermais als Eigentum zugesprochen.
Nur wenige Monate später heiratete Susanna im Juni 1660 Pompejus Planta Freiherr von Wildenberg, Sohn des Anton Planta und der Katharina Kleinhans von Labers. Sie verstarb aber bereits im Herbst des folgenden Jahres. In einem im September 1661 errichteten Erbvergleich mit Susannas Geschwistern wurde dem Witwer der Ansitz zum Greifen als Eigentum überlassen, sodass sich der neue Eigentümer fortan Planta von Wildenburg und Greifen nannte.
Pompejus bemühte sich nach Kräften, den ererbten Ansitz in den folgenden Jahren mit Leben zu füllen: er heiratete noch zweimal, nämlich Katharina Gräfin von Arsio (Arz) und nach deren frühen Tod Helena Elisabeth Gräfin Schneeburg und zeugte zwischen 1665 und 1685 zehn Kinder.
Trotz der zahlreichen Nachkommen scheint dieser Zweig der Planta bereits Anfang des 18. Jahrhunderts im Mannesstamm ausgestorben oder nicht mehr in Meran ansässig gewesen zu sein. Neue Eigentümer zogen in das herrschaftliche Anwesen, der Name Schloss Planta aber blieb.
Südtiroler Landesarchiv, Akten des Landeshauptmannschaftlichen Gerichts/Adeligen Hofrechts Bozen, Nr. 887
Evi Pechlaner
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- Erbvergleich vom September 1661 » [PDF 11 MB]

