Das Fotoalbum der Obstproduzenten-Genossenschaft Bozen-Zwölfmalgreien
Die Anfänge der modernen Obstproduktion in Südtirol
Ein bemerkenswertes Fotoalbum aus der Sammlung Helene Oberleiter (Pos. 2247) erinnert in 23 Schwarzweißfotografien eindrücklich an die Anfänge der modernen Obstproduktion in Südtirol vor rund hundert Jahren, besonders was die Bereiche Sortierung und Lagerung betrifft.
Das Fotoalbum ist durch das auf den Umschlag aufgeprägte, rotfarbige Signet der Obstproduzenten-Genossenschaft Bozen-Zwölfmalgreien zuzuordnen. Über die Anfänge dieser Genossenschaft liegen keine genauen Informationen vor. Ein erhalten gebliebenes, gedrucktes Statut trägt das Datum 2. April 1923, die Gründung der Genossenschaft wird demnach nicht lange vorher erfolgt sein. Ein Aufkleber am hinteren Umschlag weist als Autor der Fotografien Wolfram Knoll aus. Aufgrund der biografischen Eckdaten dieses Fotografen, der am 1. Mai 1913 in Bozen geboren wurde und 2. Mai 1939 in Albanien gestorben ist, lassen sich die Fotografien des Albums auf die Mitte der 1930er Jahre datieren.
Die wohl zu Marketing-Zwecken angefertigten Fotografien stellen die offensichtlich neu errichtete Zentrale der Genossenschaft am Bozner Boden mit Verwaltungsgebäude und Magazin dar. Während die Anlieferung des geernteten Obstes mit Fuhrwerken erfolgte, konnte die sortierte Ware dank direkter Verbindung zum Schienennetz der Eisenbahn in Waggons abtransportiert werden. Die Äpfel - es handelte sich um Sorten wie "Köstliche" oder "Kalterer Böhmer" - wurden entweder händisch oder mit einer Maschine sortiert, in beiden Fälle waren es Frauen, die für diese Arbeit eingesetzt worden sind.
Harald Toniatti





