1513 – Michael Gaismair, wohnhaft in Bozen
Am erichtag vor Sannd Gallenntag, also am Dienstag vor dem Tag des hl. Gallus, 1513 (= 11. Oktober) reversierte Gabriel Gayslitter in der St. Jakobs-Malgrei (zu Barbian im Gericht Villanders) an Jörg Trapp, Prokurator seiner Ehefrau Margretha geb. Fuchs von Fuchsberg, um ein verliehenes Stück Wiese und Acker, das Mussen genannt wurde und in der St. Niklas-Malgrei im Gericht Kastelruth gelegen war. Siegler der Urkunde war Leonhard Hertmayr, Bürger zu Bozen, und Zeugen waren Jeronimus Sinsöder und Wilhalm Prennynger, beide Bürger zu Bozen, sowie Michel Gaysmair wonhaft daselben und noch einige andere namentlich nicht genannte Personen.
Der Rechtsinhalt der Urkunde, in der er es um die Verleihung eines Grundstückes geht, ist relativ belanglos. Viel interessanter ist die Erwähnung Michael Gaismairs in der Zeugenreihe, zumal die Informationen über Gaismair vor seiner Wahl zum Feldhauptmann der Brixner Aufständischen am 12. Mai 1525 relativ rar und die Interpretationen der Historikerinnen und Historiker oft spekulativ sind.
Wir wussten bisher, dass er 1512 als Grubenschreiber in Schwaz tätig war und 1518 als Schreiber in den Dienst des Landeshauptmannes Leonhard von Völs trat. Wo Gaismair sich in der Zeit dazwischen aufhielt, darüber war bisher nichts bekannt. Durch dieses Archivale des Monats Juni – übrigens die einzige zeitgenössische Quelle im Südtiroler Landesarchiv, in der Gaismair namentlich erwähnt wird – wissen wir nun, dass er 1513 in Bozen wohnhaft war und dass er zwar nicht das Bozner Bürgerrecht besaß, aber doch gesellschaftlich bedeutend genug war, um als Zeuge zu fungieren und namentlich genannt zu werden.
PT